von August 21, 2013 2 Kommentare Mehr →

Solarenergie: Der Durchbruch ist greifbar

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Wie das US-amerikanische Fachmagazin Green Tech Media berichtet, wurden 2/3 der Solarzellen weltweit in den letzten 2 1/2 Jahren, seit Januar 2011, installiert (Grafiken hier). Es vergleicht das exponentielle Wachstum mit dem Mooreschen Gesetz der Computertechnologie das besagt, dass sich dort die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten alle ein bzw. zwei Jahre verdoppelt.

Foto: Wikipedia / Thémis Solaire Innovation

Foto: Wikipedia / Thémis Solaire Innovation

Es habe es 40 Jahre gebraucht, Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität von 50 Gigawatt weltweit zu installieren. In den vergangenen 2 1/2 Jahren kam man jedoch von 50 auf 100 Gigawatt. Weitere 100 Gigawatt sollen weltweit bis 2015 dazukommen. Währenddessen fielen die Preise für Solarmodule um 62%, so Green Tech Media – was den Chinesischen Markt, Hauptlieferant dieser Module, aber auch den US-Markt, erschütterte. Doch aufgrund der verstärkten Nachfrage aus neuen Märkten in Fernost und Australien konnten sich der Absatz 2013 wieder stabilisieren und legte weltweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23% zu. In den USA fiel der Durchsschnittspreis einer Installation laut dem Magazin für private Solaranlagen um 18%, für industrielle und öffentliche um 13,3. So erschlössen sich neue Märkte ohne weitere Anreize wie staatliche Förderungen. Dabei ist die USA in Sachen erneuerbare Energien noch ein Enwicklungsland – es gibt hier weniger Solaranlagen als in Bayern, und eine starke Lobby dagegen.

Da allerdings alles erst am Anfang stehe, sei es schwer vorherzusagen, ob die aktuellen Geschäftsmodelle und Technologien auch in der Zukunft funktionierten, sagt der Experte von Geen Tech Media. So sagen die Forscher weitere Insolvenzen und Konsolidierungen voraus, wie sie aktuell trotz der allgemein sehr guten Aussichten auch der deutsche Solarmarkt erlebt, der in den letzten Jahren den Wandel verpasst hatte. Solarinstallationen zahlen sich erst über einen längeren Zeitraum von bis zu 20 Jahren aus, so dass die schnelle Entwicklung hier hinderlich sein kann, weil man nicht mehr auf den aktuellen technischen Stand ist.

So wird der Wirkungsgrad der Zellen inzwischen immer wirtschaftlicher, neue Typen werden marktreif – in Deutschland ist Solarstrom inzwischen billiger als Atomstrom und kann auch mit dem aus fossilen Energien konkurrieren. Aktuell gibt es aufgrund des massiv auf den Markt drängenden billigen Ökostroms einen Verfall des Strompreises im Großhandel von 60 auf 35 Euro je Kilowattstunde, was Betreiber herkömmlicher Kraftwerke in Schwierigkeiten bringt, die noch notwendig sind, um die Schwankungen aus den Erneuerbaren auszugleichen. Es gibt noch keine geeigneten Speichermedien und auch die intelligenten Supergrid-Stromnetze sind noch im Forschungsstadium.

Alle Entwicklungen zeigen aber darauf hin, dass der der Solarmarkt gerade erst beginnt. Schon 2011 hatten Forscher u.a. der Universität Stanford prognostiziert, dass eine weltweite Umstellung auf erneuerbare Energien bis zur zweiten Hälfte des Jahrhunderts weltweit technisch und ökonomisch möglich ist und setzten in ihrem Modell Solarenergie bei 40% der Versorgung an. In Deutschland liegt die Akzeptanz der Energiewende nach einer aktuellen Umfrage bei 82%.

  • Aktuelle Fakten zur Solarenergie in Deutschland vom Frauenhoferinstitut
  • Aktuelle Zahlen zur Strompreisentwicklung in Deutschland vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (Mai 2013)
  • Aktuelles Interview mit Prof. Eicke Weber zum Stand der Solarenergie bei der Deutschen Welle
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    Posted in: Energie, Umwelt

    2 Kommentare zu "Solarenergie: Der Durchbruch ist greifbar"

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    1. Es ist schon bedauerlich, wen man bedenkt das ein Land wie die USA weniger Solaranlagen hat wie Bayern. Abgesehen von der Größe verfügen die USA auch über Wüstengebiete die sich ideal für Solartechnik eignen würden.
      Das bringt mich irgendwie auf die Frage, was bringt es wen kleine Länder auf saubere Energie setzten, wenn große Länder die Luft und das Wasser weiter verschmutzen?

      • Barbara Muerdter sagt:

        Ich finde die Frage hat sich schon beantwortet, als Deutschland sich nun doch zum Atomausstieg entschlossen hat. Sie schreiben aus Österreich. Österreich war damals eins der Beispiele, wo gesagt wurde: Guckt, die haben keine Kernkraftwerke und leben auch nicht in Höhlen. Es ist die Vorbildfunktion. Und zudem sind ja weder Österreich noch Deutschland wirtschaftlich unbedeutende Länder. Und in dem verlinkten Slate-Artikel wird ja Deutschland in Puncto Solarenergie wieder als Vorbild für die USA zitiert. Also alles auf dem richtigen Weg.

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